New York, 3. Februar 2026, 18:01 EST — Nachbörslicher Handel.
- Die Salesforce-Aktien fielen während der Sitzung am Dienstag stark und schlossen den Tag nahezu unverändert.
- Rückgänge bei großen Softwareaktien zogen den Dow nach unten.
- Investoren konzentrieren sich auf Nachrichten zur KI-gesteuerten Automatisierung und warten auf den bevorstehenden Quartalsbericht.
Die Salesforce-Aktien (CRM) fielen am Dienstag um 6,8 % und schlossen bei 196,38 $, nachdem sie auf ein Tief von 193,11 $ gefallen waren. Nachbörslich gab es kaum Bewegung, das Volumen blieb jedoch über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Der Rückgang traf Abo-Softwarefirmen zu einem schwierigen Zeitpunkt. Händler versuchen herauszufinden, ob neue KI-Tools die Unternehmensausgaben steigern oder die Anzahl der bezahlten Nutzer pro Vertrag verringern werden.
Das trifft Salesforce besonders, da ein großer Teil der Unternehmenssoftware-Verkäufe pro Nutzer oder „Sitzplatz“ abgerechnet wird. Wenn Unternehmen mit weniger Mitarbeitern mehr erreichen, kann das Wachstum der Sitzplätze stagnieren, ohne dass dies sofort als Abschwächung erkannt wird.
Der Verkaufsdruck traf die US-Benchmarks stark. Der Dow fiel um 0,34 %, während der S&P 500 um 0,84 % nachgab. ServiceNow stürzte um 7 % ab, Oracle verlor 3,4 % und IBM brach um 7,8 % ein, laut MarketWatch.
Einige Investoren sahen die neuesten Chatbot-Updates von Anthropic als Auslöser für einen bereits heißen Handel. Am Freitag brachte das Unternehmen Plug-ins für seinen Claude Cowork-Agenten auf den Markt, die Aufgaben in den Bereichen Recht, Vertrieb, Marketing und Datenanalyse automatisieren sollen. „Manchmal schießt der Markt einfach zuerst und stellt später Fragen“, sagte Mike Archibald von AGF Investments. Unterdessen warnte Schroders-Analyst Jonathan McMullan, dass das schnelle Tempo der KI-Entwicklung langfristige Bewertungen erschweren könnte, da Unternehmen „mit weniger Personal mehr erreichen“ und so die Preise pro Nutzer unter Druck geraten. (Reuters)
An der Wall Street senkte Billy Fitzsimmons von Piper Sandler sein Kursziel für Salesforce von 315 $ auf 280 $, behielt aber ein Overweight-Rating bei, was darauf hindeutet, dass er die Aktie weiterhin besser als ihre Konkurrenten einschätzt. Er warnte, dass „Sitzplatz-Kompression und Vibe-Coding-Narrative eine Obergrenze für die Multiplikatoren setzen könnten“ – ein Hinweis auf die Sorge, dass KI-gesteigerte Effizienz die Zahl der bezahlten Nutzerplätze verringern und die Bewertung der Aktie begrenzen könnte. (TipRanks)
Bei Salesforce gab es eine Veränderung in der Datenabteilung, als Ryan Aytay, Leiter von Tableau, nach fast 20 Jahren im Unternehmen seinen Abschied ankündigte. Er bezeichnete die Leitung von Tableau als „eines der größten Privilegien meiner Karriere“ und versprach, bald seinen nächsten Schritt bekannt zu geben. (Investing)
Die Produktumsetzung bleibt kurzfristig ein zentraler Fokus. Salesforce kündigte an, dass das Spring-’26-Release mit neuen KI-, Daten- und Automatisierungsfunktionen ab dem 23. Februar ausgerollt wird. (Salesforce)
Doch die Warnzeichen werden immer lauter. Sollten Kunden KI eher als Platzhalter denn als Wachstumstreiber sehen, könnte die Neubewertung des Sektors noch weitergehen. In diesem Fall wird der kommende Ausblick von Salesforce mehr Gewicht haben als die neuesten Produktupdates.
Salesforce wird laut dem Gewinnkalender von Yahoo Finance seine Quartalsergebnisse am 25. Februar veröffentlichen. Investoren werden sich auf Veränderungen bei der Nachfrage, den Preisen und den Verkaufszyklen im Zusammenhang mit KI-Einführungen konzentrieren. (Yahoo Finance)