Dow-Jones-Index heute: Dow fällt um 210 Punkte, Ölschock schürt erneut Fed-Ängste
20 März 2026

Dow-Jones-Index heute: Dow fällt um 210 Punkte, Ölschock schürt erneut Fed-Ängste

NEW YORK, 20. März 2026, 13:34 EDT

Der Dow Jones Industrial Average fiel bis 12:15 Uhr ET am Freitag um 210,29 Punkte auf 45.811,14 und steuert damit auf den vierten Wochenverlust in Folge für den Blue-Chip-Index zu. Der S&P 500 verlor 0,71 %, während der Nasdaq Composite um 0,99 % nachgab, da der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran auf Risikoanlagen lastete.

Die Geschichte hat sich über die Geopolitik hinaus verlagert. Da Händler nun eine Zinssenkung der Fed frühestens 2027 einpreisen, sind der Dow, S&P 500 und Nasdaq alle unter ihre 200-Tage-Durchschnitte gefallen – ein wichtiger Indikator für die Dynamik, den Investoren genau verfolgen.

Öl und Anleiherenditen führen die Rückgänge an. Brent-Öl bewegte sich nahe 109,35 $ pro Barrel und US-Öl lag bei etwa 97,33 $. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg auf 4,372 %, die der zweijährigen auf 3,928 %. Scott Welch, Chief Investment Officer von Certuity, sagte, der steigende Ölpreis lasse Investoren „wegen der Ölpreise anfangen, sich über Inflation Sorgen zu machen“. Reuters

Klarheit von Fed-Vertretern bleibt schwer fassbar. Gouverneur Christopher Waller verwies auf den Anstieg der Energiepreise als Grund dafür, dass er diese Woche keine Zinssenkung mehr unterstützt. Er warnte, dass, falls steigende Treibstoffkosten auf die allgemeine Inflation – also über Energie hinaus – durchschlagen, „Vorsicht geboten“ sei. Reuters

FedEx sorgte am späten Donnerstag für einen Lichtblick, indem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr anhob, nachdem die Nachfrage Anfang März den Prognosen entsprach. Chief Customer Officer Brie Carere verwies auf den Treibstoffzuschlag und sagte, dieser „erfülle seinen Zweck“. CEO Raj Subramaniam ergänzte, dass FedEx den Konflikt „äußerst genau beobachte“. Reuters

Aktienindividuelle Rückschläge halfen der Stimmung nicht. Super Micro Computer brach um 28 % ein, nachdem US-Staatsanwälte drei mit dem Unternehmen verbundene Personen beschuldigten, mindestens 2,5 Milliarden Dollar an KI-Hardware nach China geschmuggelt zu haben. Dell hingegen legte um 6 % zu, da Investoren in das Unternehmen wechselten, das Analysten als stabileren Nvidia-Partner sehen.

Nicht nur in den USA gibt es Veränderungen. Vertreter der Europäischen Zentralbank warnten am Freitag vor zunehmenden Inflationsrisiken, was einige Broker dazu veranlasste, ihre Prognosen für Zinserhöhungen im Euroraum vorzuziehen – nun wird bereits der April ins Auge gefasst. Der Energieschock zwingt Investoren dazu, die Zentralbankpolitik weit über Washington hinaus neu zu bewerten.

Bargeld ruft: US-Aktienfonds verzeichneten in der Woche bis zum 18. März Abflüsse in Höhe von 24,78 Milliarden US-Dollar – der stärkste Abfluss seit fast zweieinhalb Monaten. Gleichzeitig flossen 32,73 Milliarden US-Dollar in Geldmarktfonds, da Anleger auf sicherere, bargeldähnliche Anlagen umschichteten.

Das Abwärtsrisiko bleibt ungewiss. Reuters fand unter Berufung auf LSEG-Daten heraus, dass Rückgänge von 5 % im S&P 500 meist routinemäßig sind und sich in der Regel schnell wieder erholen. Doch Steve Sosnick von Interactive Brokers warnte, dass Käufer diesmal im Vergleich zu früheren Abschwüngen zögerlicher erscheinen – sollte der Konflikt also andauern und die hohen Ölpreise bestehen bleiben, könnte der Markt vor weiteren Problemen stehen.

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