New York, 2. Februar 2026, 17:57 EST — Nachbörslicher Handel
- Micron-Aktien sprangen am Montag um etwa 5,5 % nach oben, im Zuge einer breiteren Erholung bei Chip-Aktien.
- TrendForce hat seine Prognose für die Preise von herkömmlichem DRAM in Verträgen angehoben und erwartet nun einen Anstieg um 90 %–95 % im ersten Quartal.
- Investoren beobachten aufmerksam neue Anzeichen für Preissetzungsmacht und Angebotsknappheit bis Mitte Februar.
Die Aktien von Micron Technology, Inc. stiegen im späten Montagshandel um 5,5 % auf 437,80 $, angetrieben von einer Rallye der Chiphersteller, die durch neue Zuversicht in Bezug auf anhaltende Ausgaben für künstliche Intelligenz und die damit verbundene Nachfrage nach wichtigen Komponenten beflügelt wurde. SanDisk legte um 15,4 % zu, während Advanced Micro Devices um 4 % stieg, was die starke Erholung der Halbleiteraktien unterstreicht. (Reuters)
Diese Entwicklung ist entscheidend, da Speicherpreise Microns schnellstes Anpassungsinstrument sind. Am Montag hat der Marktforscher TrendForce seine Prognose für die Preise von herkömmlichem DRAM in Verträgen überarbeitet und erwartet nun einen Anstieg um 90 % bis 95 % im Quartal Januar bis März gegenüber dem Vorquartal – deutlich mehr als die frühere Schätzung von 55 % bis 60 %. (Reuters)
TrendForce verwies auf „anhaltende KI- und Rechenzentrumsnachfrage“ als Ursache für eine tiefere globale Angebots-Nachfrage-Lücke, die den Anbietern mehr Preissetzungsmacht verschafft. Für Micron bedeutet das in der Regel, dass die Vertragspreise steigen, was zu höheren Einnahmen pro ausgeliefertem Bit führt – allerdings mit Verzögerung – und kurzfristig die Gewinnerwartungen schnell verändern kann.
DRAM, oder dynamischer Direktzugriffsspeicher, dient als Arbeitsspeicher in Servern, PCs und einer Vielzahl von Geräten. Während Spotmärkte oft zuerst reagieren, werden Vertragspreise genau beobachtet, da sie breitere Preistrends beeinflussen.
Der Anstieg der Speicheraktien wird durch eine Knappheit angetrieben, die sich über den typischen Serverzyklus hinaus ausbreitet. Business Insider hob eine aktuelle Notiz hervor, in der sich IDC auf einen „beispiellosen“ Mangel an Speicherchips bezieht. Analysten sagen, dass die Nachfrage nach KI-Rechenzentren weiterhin das Angebot übersteigt. (Business Insider)
Chip-Aktien führten am Montag eine Erholung an der Wall Street an und stabilisierten den breiteren Markt nach einem holprigen Start ins Jahr 2026. Der S&P 500 schloss laut einem AP-Marktrückblick 0,5 % höher bei 6.976,44 Punkten, knapp unter seinem Rekordhoch. (AP News)
Einige bevorstehende Impulse liegen außerhalb von Micron. Die Gewinne der großen Tech-Unternehmen und deren Investitionspläne – also die Schecks, die den Bau neuer Rechenzentren finanzieren – haben die Macht, den gesamten KI-Handel in nur einer Sitzung neu zu gestalten.
Makroökonomische Störgeräusche schlagen sich wieder im Markt nieder. Das US Bureau of Labor Statistics gab bekannt, dass der Arbeitsmarktbericht für Januar nach Beginn eines teilweisen Regierungsstillstands am Samstag verschoben wird. Eine endgültige Abstimmung im Repräsentantenhaus zur Beendigung des Shutdowns wird für Dienstag erwartet. (Reuters)
Microns jüngster Anstieg löst bei Technikern Alarmglocken aus. Jonathan Krinsky von BTIG merkte an, dass die Aktie über ihren langfristigen Trend hinaus ausgedehnt erscheint und fügte hinzu, dass „gute Nachrichten bereits eingepreist sind.“ Er hob frühere Fälle hervor, in denen vergleichbare Momentum-Niveaus zu starken Rückgängen führten. (MarketWatch)
Prognosen für Speicherpreise können sich schnell ändern. Wenn das Angebot schneller wächst als erwartet oder die Nachfrage – insbesondere in Rechenzentren – stockt, kann die Vertragsverhandlungsmacht sinken, was dazu führt, dass die Aktie ebenso schnell neu bewertet wird.
Microns nächstes wichtiges Datum ist der 11. Februar, wenn das Unternehmen auf der Auto-, Auto-Tech- und Halbleiterkonferenz von Wolfe Research sprechen wird. Investoren werden sich auf alle Neuigkeiten zu Vertragspreisen, Lieferproblemen und dem tatsächlichen Volumen der KI-getriebenen Nachfrage konzentrieren, die Micron in Kürze zu erfüllen erwartet. (Micron Technology)