New York, 19. März 2026, 13:12 EDT
- Der Spot-Goldpreis fiel um 3,9 % auf 4.629,29 $ je Unze (Stand: 11:07 Uhr ET), während die US-Gold-Futures zur Lieferung im April um 5,4 % nachgaben. Das ist die siebte Verlustsitzung in Folge für Goldbarren. Reuters
- Die Zentralbanken beließen die Zinsen unverändert, signalisierten jedoch, dass der Energieschock die Inflation erneut anheizen könnte. Händler reagierten, indem sie ihre Wetten auf die nächste Fed-Senkung weiter nach hinten verschoben – nun wird Mitte 2027 erwartet. Reuters
- Der Verkaufsdruck traf den gesamten Sektor – sowohl Silber als auch Platin gaben nach, und Newmont stürzte an der Wall Street um 8,6 % ab. Reuters
Gold erlebte am Donnerstag einen starken Einbruch: Die Spotpreise sackten um 3,9 % auf 4.629,29 $ je Unze ab – der niedrigste Stand seit Anfang Februar –, da steigende Ölpreise und eine restriktive Haltung der führenden Zentralbanken die Nachfrage nach Goldbarren belasteten. Bis zum späten Vormittag in New York verloren die US-Gold-Futures für April 5,4 % und erreichten 4.632,40 $. Reuters
Die Goldrallye im vergangenen Jahr beruhte auf Erwartungen sinkender Zinsen und dem Status als sicherer Hafen. Doch diese Woche kehrte sich das Narrativ um. Angriffe auf Energieanlagen ließen den Brent-Ölpreis über 110 $ steigen – zeitweise sogar über 119 $ – und schürten neue Inflationsängste. Damit rückten Zinserwartungen wieder als Schlüsselfaktor für die Märkte in den Fokus. Reuters
Golds Ruf als sicherer Hafen in Kriegs- oder Inflationszeiten ist bekannt, doch das Metall wirft keine Rendite ab – daher schwindet die Begeisterung, wenn die Zinsen voraussichtlich hoch bleiben. Zentralbanken wie Fed, EZB, Bank of England, Bank of Japan und Bank of Canada beließen diese Woche die Zinsen unverändert. Die EZB hob ihre Inflationsprognose für 2026 deutlich auf 2,6 % an, nach 1,9 % im Dezember. Reuters
Die Märkte reagierten schnell. Laut LSEG-Daten haben Händler ihre Wetten auf eine Zinssenkung der Fed zurückgestellt, die Hoffnung auf eine Lockerung in diesem Jahr aufgegeben und peilen nun Mitte 2027 an. „Was die Märkte derzeit verunsichert, ist das wachsende Stagflationsrisiko“, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestratege bei Saxo in Singapur, mit Blick auf anhaltende Inflation bei schwachem Wachstum. Reuters
Daniel Ghali, Rohstoffstratege bei TD Securities, wies darauf hin, dass die Goldrallye an Schwung verliere, da institutionelle Anleger sich von überdehnten Positionen zurückziehen. Dennoch könne das Metall weiter fallen und sich trotzdem im übergeordneten Bullenmarkt bewegen, so Ghali. Reuters
Die Ereignisse am Mittwoch erzählten die Geschichte. Der Spot-Goldpreis fiel um 2,9 % auf 4.860,21 $, nachdem die Fed die Zinsen bei 3,50 %-3,75 % unverändert ließ und der stärkere Dollar zusätzlichen Druck ausübte. „Bei weitem nicht genug“, sagte der unabhängige Metallhändler Tai Wong zu Powells Signalen für Gold. Reuters
Der Ausverkauf machte nicht bei Gold halt. Silber stürzte um 5,9 % ab, Platin verlor 4 %. Auch Minenwerte folgten: Newmont fiel um 8,6 %. Der Materialsektor des S&P 500 gab 2,3 % ab. Reuters
Die Wende war abrupt. Gold stieg am 29. Januar auf ein Allzeithoch von 5.594,82 $. Noch im letzten Monat hielt JPMorgan an seiner Prognose von 6.300 $ für Ende 2026 fest – ein Zeichen dafür, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat. Die Hoffnung auf niedrigere Zinsen und Zentralbankkäufe ist Erwartungen an eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik gewichen. Reuters
Der nächste Schritt bleibt offen. Laut IWF könnte die weltweite Inflation um 0,4 Prozentpunkte steigen, wenn die Energiepreise um 10 % steigen und ein Jahr lang auf diesem Niveau bleiben, während die Wirtschaftsleistung um 0,1 % bis 0,2 % sinken könnte. Die eigenen Prognosen der EZB zeigen, dass ein langanhaltender Rückgang der Öl- und Gasversorgung die Inflation über – während das Wachstum unter – ihre Basiserwartung treiben würde. Gold steht im Fokus: Anhaltende Inflation neigt dazu, den Goldpreis zu stützen, aber jede geldpolitische Straffung begrenzt die Gewinne. Sollte das Wachstum schwächeln, könnten sichere Häfen wieder gefragt sein. Reuters