HELSINKI, 29. Juli 2026, 12:03 EEST
- Nokia fiel um 0,95 % und wurde nach Börseneröffnung in Helsinki zu 7,75 € gehandelt.
- KI- und Cloud-Bestellungen im zweiten Quartal waren 6,3-mal höher als der Quartalsumsatz.
- Die Anhebung der oberen Gewinnprognose von Nokia für 2026 ist auf buchhalterische Faktoren und nicht auf eine verbesserte Geschäftsentwicklung zurückzuführen.
Nokia Oyj HEL:NOKIA bewegte sich am Mittwochmittag nahe 7,75 € und weitete die Verluste nach den jüngsten Ergebnissen aus. Die Aktie ist seit dem Schlusskurs vom 22. Juli um etwa 15,4 % gefallen.
Die US-Depositary Shares des Unternehmens fielen am Dienstag um 3,3 %. Der Nasdaq Composite gab um 0,2 % nach. Die Aktien hinkten in Helsinki weiterhin hinterher.
Das Handelsmuster deutet eher auf Sorgen um die Umwandlung als auf eine schwache Nachfrage hin. Nokia hat KI-Bestellungen schneller gesichert, als sie als Umsatz gemeldet wurden.
Laut Unternehmensangaben waren KI- und Cloud-Bestellungen im zweiten Quartal 6,3-mal höher als der Quartalsumsatz. Im Vergleich dazu lag der Proxy im ersten Quartal bei etwa dem 2,8-fachen.
| KI- und Cloud-Indikator | Q1 2026 | Q2 2026 |
|---|---|---|
| Umsatz | ~360 Mio. € | 446 Mio. € |
| Neuer Auftragseingang | 1,0 Mrd. € | 2,8 Mrd. € |
| Auftrags-Umsatz-Verhältnis | 2,8-fach | 6,3-fach |
| Umsatzsteigerung, im Jahresvergleich | 49 % | 105 % |
Erste Schätzung: Der Umsatz des ersten Quartals entspricht 8 % von 4,5 Mrd. € Konzernumsatz auf vergleichbarer Basis. Der Umsatz des zweiten Quartals wurde direkt gemeldet.
Der Proxy stieg innerhalb eines Quartals um mehr als das Doppelte. Dies ist getrennt von Nokias offiziellem Book-to-Bill-Maßstab. Dennoch zeigt es, dass Lieferverpflichtungen schneller gewachsen sind als der ausgewiesene Umsatz.
CEO Justin Hotard erklärte: „Die Nachfrage bleibt stark, während das Angebot weiterhin die Hauptbeschränkung der Branche ist.“ Nokia rechnet damit, dass etwa die Hälfte des Auftragseingangs von 2,8 Mrd. € in den nächsten 12 Monaten umgewandelt wird. Nokia Corporation | Nokia
Das Timing des Umwandlungsfensters ist wichtig. Längere Vorlaufzeiten erhöhen die Transparenz, verzögern jedoch sowohl Umsatz als auch Cashflow.
Nokias aktualisierte Gewinnprognose von 2,1 Mrd. € bis 2,6 Mrd. € enthält keine operative Verbesserung. Der Anstieg um 100 Mio. € resultiert lediglich daraus, dass zwei Einheiten in aufgegebene Geschäftsbereiche überführt wurden.
Das Management prognostiziert für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von 3 % bis 7 % gegenüber dem Vorquartal. Das vergleichbare operative Ergebnis soll stabil bleiben, mit Wachstum im vierten Quartal.
Das vergleichbare operative Ergebnis für Q2 stieg um 18 % auf 434 Mio. € und übertraf damit den Analystenkonsens von 382 Mio. €. Der Umsatz stieg um 8 % auf 4,82 Mrd. €.
Nokia verbuchte einen operativen Verlust von 50 Mio. €, da die Restrukturierung beschleunigt wurde, und meldete schwächere Ergebnisse. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit Restrukturierungsabflüssen zwischen 700 Mio. € und 800 Mio. €.
Die operative Marge im Bereich Network Infrastructure stieg auf 8,1 % gegenüber 6,4 %. Mobile Infrastructure meldete einen Rückgang der Marge auf 11,6 % von 12,2 %.
Der Wettbewerber Ericsson NASDAQ:ERIC steht vor ähnlichen Kostenherausforderungen. Die Aktie fiel nach einer Warnung vor höheren Speicherchipkosten um fast 12 %.
Dieser Druck beseitigt das Auftragswachstum von Nokia nicht. Stattdessen steigen die Kosten für deren Erfüllung.
Risiken: Die Umwandlung kann sich verzögern, wenn die Halbleiterversorgung knapp bleibt, die Komponentenpreise steigen oder Kunden Produkte langsamer fertigen. Nokia ist zudem auf einen stärkeren Ergebnisbeitrag im vierten Quartal angewiesen, was die Flexibilität bei zeitlichen Verzögerungen verringert.
Der Fokus liegt nun auf der Umwandlung. Aufträge sind nicht mehr knapp.
